Was Stress in unserem Körper macht

Bild: Frau Mit Kopfschmerzen Bei Der Arbeit

Sie kennen das sicher: Ihre „To Do-Liste“ ist unendlich lang, die Zeit drängt und Sie wissen gar nicht, wo Sie anfangen sollen – eine typische Stresssituation. Was Sie gegen Ihr „Gestresst-Sein“ machen können, haben wir Ihnen mit sechs einfachen Tipps zum Stressabbau bereits gezeigt.

Doch was passiert bei Stress eigentlich im menschlichen Körper? Warum fühlen wir uns so gestresst? Und wie können Sie Stresssituationen von vornherein verhindern? Lesen Sie jetzt die Antworten auf all diese Fragen und gehen Sie zukünftig ganz bewusst mit Ihrem Stress um.

Nur Stress oder schon Burnout: Wo liegt die Grenze?

Belastungsfaktoren, die sogenannten Stressoren, können über einen kurzen oder längeren Zeitraum auf den Menschen einwirken. Eine kurzfristige Belastung kann dabei durchaus positiv sein und ein Anpassen an die Situation nach sich ziehen. Ein Beispiel dafür ist die Aufregung vor einem Wettkampf oder Auftritt. Der Puls steigt, das Lampenfieber kommt ans Licht. Das führt dazu, dass sich der Mensch mit der Situation auseinander setzt und Spannung aufbaut, um konzentriert die bevorstehende Aufgabe anzutreten und den Stress zu bewältigen.

Krisen überwinden

Eine langfristige Belastung kann aber auch erschöpfen oder krank machen. Die aus der Belastung resultierende Stresssituation kann vom Körper nicht mehr bewältigt werden, sodass dies zu Überforderung und sogar einem Burnout führen kann. Primär liegen die Stressoren für einen Burnout im Arbeitsbereich.

Stress als Vorbereitung auf Kampf oder Flucht

Die Entstehung des Stressbegriffs und die damit verbundene Stressforschung haben Ihren Anfang in den 1920er Jahren.

Den Grundstein legte Walter Cannon im Jahr 1929. Er suchte nach körperlichen Grundlagen von Emotionen und fand heraus, dass Tiere, die bedroht wurden, einen erhöhten Adrenalin- und Blutzuckerspiegel aufwiesen. Diese Reaktion sorgt dafür, dass der Körper mit der nötigen Energie versorgt wird, um die Stresssituation bewältigen zu können. Das Herz schlägt schneller und die Muskeln werden besser durchblutet, um für einen Kampf oder die Flucht gewappnet zu sein.

Stress als Reaktion auf jede Art von Anforderung

Hans Selye brachte den Stressbegriff in die Medizin und gilt heute als Begründer der Stressforschung. Bereits während seines Medizinstudiums stieß er auf das Problem einer universellen Belastungsreaktion. Unterschiedlichste Patienten wiesen alle die gleichen Symptome auf: Appetitlosigkeit, Demotivation, Verlust von Muskelkraft und Gewicht.

Erst einige Jahre später erkannte er in einem Versuch mit Ratten, dass diese die gleichen Symptome zeigten, die er bei körperlicher Schädigung oder Belastung beobachtet hatte. Seither definierte er Stress als „die unspezifische, stereotype Reaktion des Organismus auf jede Anforderung.“

Daraus leitete er das allgemeine Adaptionssyndrom ab, das beschrieb, wie der menschliche Organismus mit Stress umgeht:

1

Alarmreaktion: Überstimulation
Der Mensch wird mit der Belastungssituation konfrontiert und fängt an, Kraft für die Stressbewältigung zu mobilisieren.

2

Widerstandsstadium: Psychosomatische Krankheitserscheinungen
Der Organismus leitet die Stressabwehr ein. Reichen die Fähigkeiten nicht aus, um den Stress zu bekämpfen, tritt eine Ermüdungserscheinung ein.

3

Erschöpfungsstadium: Infektionsanfälligkeit, Depressionen
Die Kraft schwindet und ein Energiemangel tritt ein. Der Stress kann nicht bewältigt werden, sodass Überlastung die Folge ist.

Später wurde allerdings beobachtet, dass weder Versuchstiere noch Menschen auf die gleichen Situationen oder äußeren Einflüsse mit Stress reagieren und auch unterschiedlich damit umgehen.

Wann sind wir eigentlich gestresst?

Stress entsteht durch das Einwirken verschiedener Faktoren. Auf der einen Seite sind das Anforderungen im privaten und beruflichen Alltag, bestimmte Bedürfnisse oder Reize. Demgegenüber stehen die zur Verfügung stehenden Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten.

Können die äußeren Einflüsse mit den eigenen Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten bewältigt und verarbeitet werden, entsteht erst gar keine Stresssituation.

Belastbarkeit

Übersteigen die äußeren Einflüsse die Fähigkeit, mit Ihnen umzugehen, entsteht eine Stresssituation.

Das kann zum Beispiel passieren, weil die Ressourcen bereits ausgeschöpft sind oder erst gar keine Handlungsmöglichkeit gesehen wird.

„Machen Sie sich keinen Stress“ – leichter gesagt als getan?

Meist ist es gar nicht die Menge an Aufgaben, die einem Stress bereitet. Viel wichtiger ist die persönliche Einstellung zu Ihrer „To Do-Liste“. Immer perfekt sein zu wollen, eine Null-Fehlerquote erreichen und alle Zeitfenster einhalten zu können – das sind Begleiterscheinungen, die den eigentlichen Stress verursachen.

Da all diese Dinge Belastungsfaktoren sind, die man sich selbst schafft, ohne dass sie mit der eigentlichen Aufgabe zu tun haben, gibt es einige Tricks, die man sich von Zeit zu Zeit vor Augen führen sollte, um dem selbst gemachten Stress Herr werden zu können:

Was stresst Sie so?
Machen Sie sich Ihre Belastungsfaktoren bewusst!

Was stört Sie?
Reduzieren Sie nervige Störenfriede wie Geräusche oder Ablenkungen!

Warum schaffen Sie Ihre Aufgaben nicht?
Erstellen Sie sich einen realistischen Zeitplan!

Was möchten Sie?
Listen Sie Ihre Ziele auf, die Ihnen am wichtigsten sind!

Wie können Sie sich entlasten?
Suchen Sie sich Alternativen oder Helfer, die Ihnen Arbeit abnehmen.

Wie entspannen Sie sich?
Nehmen Sie Ihre Arbeit nicht mit in die Pause oder nach Hause!

Was können andere?
Lernen Sie Aufgaben zu delegieren und sich Freiraum zu schaffen!

Ihnen bereitet Ihr Stress sogar schlaflose Nächte? Lesen Sie jetzt auch unseren Artikel zum Thema Stress, Schlaflosigkeit, Medikamente – der Weg aus dem Teufelskreis.

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Martina Große Bley

Ich kümmere mich bei Management Circle um die Themen-Blogs für die Bereiche Soft Skills und Projektmanagement. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen von unseren Referenten, informiere ich Sie über Tipps und Tricks, um die eigenen Kompetenzen noch weiter verbessern zu können. Ich bin gespannt auf Ihre Anregungen oder Fragen und freue mich auf den Wissensaustausch!

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