Warum selbstgesteuertes Lernen auch Führungssache ist

Querdenken, Strategisch, Marketing, Pfeil, Gedanken, 114827860

Die Arbeitswelt wird immer komplexer. Komplexere Produkte und Lieferketten (Stichwort: Just-in-Time, individualisierbare Produkte) paaren sich mit modernen Produktionsmitteln wie intelligenten Maschinen und Fabriken. Arbeitsprozesse werden unterstützt von digitalen Endgeräten und mit ihnen neuen Anwendungen. Und auch die Produkt- und Prozessinnovationen folgen schneller und schneller aufeinander. Häufig wird in diesem Zusammenhang festgestellt, dass das Thema des betrieblichen oder lebenslangen Lernens dadurch zu wahrscheinlich *der* wichtigsten Kernkompetenz moderner Arbeitnehmer wird. Und zwar aller Arbeitnehmer, statt wie früher nur für die Top Talente.

Nicht zuletzt wegen der Komplexität, aber auch wegen neuer Möglichkeiten, soll es dabei ein selbstgesteuertes Lernen sein: Will heißen, über neue Lernmethoden und -plattformen wie web-based Trainings, Virtual Classrooms, Apps und Social Media sowie Microlearning, Learning Nuggets & Co. sollen Inhalte aus der Präsenzschulung direkt an den Arbeitsplatz gebracht werden. Selbstgesteuertes Lernen heißt, dass die Arbeitnehmer sich ihre Lernziele selbst stecken und sich eigenverantwortlich auf die Arbeit in neuen Prozessen oder mit neuen Produkten vorbereiten.

Das klingt zwar in der Theorie gut, ist in der Praxis aber ein Problem.

Personalthema

Lernen will gelernt sein: Von Lerntypen und Motivation

Nicht alle Menschen lernen gleich. Das tritt schon in der Schulzeit zu Tage. Während die einen vielleicht besser in Gruppen lernen und den Austausch über Inhalte brauchen, kommen andere besser zurecht, wenn sie alleine sind. Es gibt Menschen, die die Visualisierung eines Problems brauchen, um es zu verstehen, andere können einem „normalen“ Fließtext besser folgen und wieder andere nehmen das Meiste schon aus dem Unterricht mit. Es hat also nicht zwingend etwas mit dem Talent, der Intelligenz und nur bedingt etwas mit dem Fleiß zu tun, wenn man beispielsweise individuelle Erfolge beim Vokabeln lernen betrachtet.

In der Wissenschaft wird in diesem Zusammenhang von sogenannten Lerntypen gesprochen. Das Konzept der Lerntypen ist nicht neu, es stammt schon aus dem 17. Jahrhundert. Unterschieden werden hier vier Typen:

Der visuelle Lerntyp lernt gut mit Texten, Grafiken, Schaubildern.

Der auditive Lerntyp bevorzugt den Frontalunterricht und liest gerne laut.

Der motorische Lerntyp lernt am besten, wenn er Dinge selbst ausprobiert.

Der kommunikative Lerntyp will mit anderen über die Inhalte sprechen.

Hinzu kommt das Problem der Motivation: Denn nicht jeder Lerner ist gleich motiviert. Das ist wichtig, denn wie bei den meisten Dingen ist eine hohe Eigenmotivation wahrscheinlich der Faktor, der den Lernerfolg am meisten steigert. Vor allem dann, wenn ein selbstgesteuertes Lernen das Ziel ist, bei dem ein Arbeitnehmer eigenverantwortlich aktiv werden soll. Denn Lernen – da werden Sie hoffentlich zustimmen – macht nicht immer und schon gar nicht jedem Spaß. Besonders dann, wenn die Materie schwierig ist oder wenn ein spezifischer Lernprozess lange dauert, eventuell sogar frustriert. Zudem muss das Gelernte auch nach der Wissensaufnahme geübt werden, bis es zum Teil eines routiniert ablaufenden Arbeitsprozesses werden kann.

Die gute Nachricht ist: Sowohl Eigenmotivation als auch Lernen kann man… lernen!

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, gibt es Kniffe, mit denen man einer Tätigkeit eine Bedeutung geben kann; und es gibt Kniffe, mit denen man den Lernprozess systematisch so organisieren kann, dass er nicht frustriert, sondern motiviert und bestenfalls ideal dem eigenen Lerntyp entspricht. Aber zu erwarten, dass das alle Arbeitnehmer von sich aus lernen, ist unrealistisch. Deshalb braucht es für jede Art eines systematisierten betrieblichen Lernens das Engagement der Führungskräfte.

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Selbstgesteuertes Lernen braucht Lernkultur und Coaching

Sie können schlecht einfach hingehen und jemandem, der nicht gerne lernt, sagen, er solle sich nun das Lernen beibringen. Wahrscheinlich hat das Gros Ihrer Mitarbeiter noch nie etwas von Lerntypen gehört und räumt dem Thema Weiterbildung gar nicht genug Priorität ein, um sich darum zu kümmern. Man ist ja, was die Arbeitszeit angeht, sowieso schon 100 Prozent ausgelastet!

Deshalb braucht es bei diesem Thema die Führungskräfte. Denn die können den Mitarbeitern selbstgesteuertes Lernen ermöglichen und sie dafür sensibilisieren. Sie können (auch zeitliche) Räume dafür schaffen, Lernprozesse anleiten bzw. anstoßen sowie mit den Angestellten die Lernprozesse reflektieren und optimieren. In diesem Sinne ist es Aufgabe der Personalabteilung, die nötigen Bedingungen zum Lernen im Betrieb zu schaffen. Sie kann Impulse setzen, um den Führungskräften Lernkonzepte näher zu bringen und sie für die Schaffung einer Lernkultur zu begeistern. Wie das gehen kann, dazu gibt es mittlerweile viele erfolgversprechende Ansätze. Einige davon werden Experten auf unserem Corporate Learning Forum 2017 vorstellen.

Lernkonzepte auf dem Corporate Learning Forum

Auf unserer Konferenz sprechen Experten von AUDI, Bertelsmann, Endress+Hauser sowie vieler weiterer renommierter Unternehmen zum Thema selbstgesteuertes Lernen.

Lernen Sie aus dem Veranstaltungsprogramm, wer noch alles dabei ist. Am 7. und 8. März 2017 in Frankfurt am Main!

Bilder: ra2 studio | de.fotolia.com, JenkoAtaman | de.fotolia.com, contrastwerkstatt | de.fotolia.com

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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