Vier große Trends der Produktion: MAN meistert sie mit Bravour

Dr. Alexander Keßel

MAN meistert die Herausforderungen der Produktionswelt mit Bravour, sogar mit Auszeichnung. Durch gezielte Maßnahmen mit Fokus auf Zusammenarbeit, Logistik, Qualität und Umwelt konnten nachhaltige Verbesserungen im Produktionssystem erreicht werden.

Dr. Alexander Keßel studierte Maschinenbau mit der Fachrichtung Produktionstechnik an der Technischen Universität München. Berufsbegleitend zu seiner Tätigkeit bei MAN promovierte er an der Technischen Universität Braunschweig. 1997 startete er als Trainee bei MAN Truck&Bus AG in München und arbeitete an Projekten in der zentralen Produktionsverbundplanung mit. 2002 wurde er Abteilungsleiter Fahrerhausrohbau und -lackierung und 2006 Leiter Supply Chain Management. Ab 2008 war er bei MAN Truck&Bus AG in Salzgitter als Leiter Werk Salzgitter und CKD Verbund mit Pinetown (RSA) tätig. Danach wurde er 2012 Leiter Werk München bei MAN Truck & Bus AG und 2016 Leiter Production Central (Markenplanung, Markenlogistik, xKD Netzwerk, Vorseriencenter/ Produktprojekte, Modifikation). Seit Juni 2017 ist Dr. Alexander Keßel Leiter Produktion Truck.

Welche Trends sehen Sie für die Produktionswelt und welche Herausforderungen ergeben sich daraus?

Die vier großen Trends Globalisierung, Regularien/Klimawandel, demographischer Wandel und digitale Revolution stellen die Produktionswelt vor Herausforderungen.

Globalisierung

…impliziert einen herausfordernden und agilen Markt. Zunehmender Wettbewerbsdruck und steigende Kundenwünsche und -erwartungen erfordern neue, flexible und innovative Lösungen. Zukünftig könnte im Nutzfahrzeugsegment z.B. nicht mehr der LKW das Endprodukt für den Kunden sein, sondern das verkaufte Ladevolumen. Aber auch immer kürzer werdende Produktlebenszyklen stellen die Produktionswelt vor gewaltige Herausforderungen.

Regularien/Klimawandel

Immer schärfer werdende Gesetze, beispielsweise CO2-Emissionsgrenzen für Produkt und Produktion, verlangen nachhaltige Veränderungen. Elektromobilität beispielsweise erfordert technische Lösungen, die dann wiederum in neuen und innovativen Produktionskonzepten umgesetzt werden müssen.

Demographischer Wandel

…führt dazu, dass Unternehmen zukünftig vorausschauender agieren müssen, um die Anforderungen der Fachabteilungen zu erfüllen. In diesem Zusammenhang spielt Talent Management in den eigenen Reihen bei der Versorgung mit Fachkräften eine Schlüsselrolle. Darüber hinaus ist betriebliches Gesundheitsmanagement entscheidend, um der steigenden Komplexität, den zunehmend beschleunigten Arbeitsabläufen sowie der älter werdenden Belegschaft zu begegnen.

Industrie 4.0

ist gekennzeichnet durch zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Produkten, Dienstleistungen, horizontalen sowie vertikalen Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodellen. Dies erfordert ein Umdenken – eine Transformation des Unternehmens – sowie erhebliche Investitionen. Weiterhin müssen Datensicherheit und IT-Verfügbarkeit intensiv diskutiert und sichergestellt werden. Aber auch die Qualifizierung von Mitarbeitern spielt eine entscheidende Rolle. Neue Kompetenzprofile müssen identifiziert und entsprechend umgesetzt werden.

Mann Instandhaltung 4.0Wie setzt MAN die Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 um?

MAN betrachtet das Thema ganzheitlich.

In einem Industrie 4.0 Baukasten werden in crossfunktionalen Arbeitsgruppen entsprechende Use Cases definiert. Nach einer positiven Validierungsphase werden diese Use Cases flächendeckend ausgerollt und umgesetzt. Darüber hinaus werden spezielle Use Cases als Kooperationsprojekte mit unserem Schwesterunternehmen Scania behandelt und validiert.

Die MAN Academy begegnet der zunehmenden Relevanz an Fachkräften, indem sie durch die starke Vernetzung mit dem Industrie 4.0 Baukasten systematisch neue Berufsfelder identifiziert, entsprechende Kompetenzprofile erarbeitet und letztlich das Qualifizierungsangebot anpasst und ausrollt.

Um der steigenden Geschwindigkeit und Agilität gewachsen zu sein, werden zunehmend neue Arbeitsmethoden wie z.B. Scrum verwendet.

Sie sind 2016 zur Fabrik des Jahres gekürt worden in der Kategorie exzellentes Produktionsnetzwerk – was macht Sie zum Vorreiter?

Lean und Industrie 4.0Über die letzten fünf Jahre wurden nachhaltige Verbesserungen im Produktionssystem durch gezielte Maßnahmen mit Fokus auf Zusammenarbeit, Logistik, Qualität, Umwelt sowie Mitarbeiter und Kultur erreicht.

Schritt für Schritt wurde unser Produktionsnetzwerk in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung sozialverträglich neustrukturiert und verschlankt. Durch diese Optimierung des Produktionsnetzwerks konnten klare Kompetenzprofile und infolgedessen Effizienzsteigerungen erzielt werden. Im Zuge der Restrukturierung wurde beispielsweise vor Kurzem im Leitwerk München die modernste und umweltfreundlichste Lackieranlage Europas in Betrieb genommen.

Unterstützend werden Projekte über eine Matrixstruktur über die Werke hinweg koordiniert. Weiterhin werden spezielle Themen in enger Abstimmung im Konzernverbund behandelt. Das „Liaison Office Produktion und Logistik“ zusammen mit Scania beispielsweise kollaboriert in Themen wie Logistik, Produktionsnetzwerk, Produktprojekten, Global Operations etc.

Darüber hinaus steht Ressourceneffizienz im Fokus. Auf der einen Seite tragen „lean“ Maßnahmen wie die Einführung eines Zonenkonzepts, die Senkung der Fabrikkosten oder eine konsequente Umsetzung von MNPS in direkten und indirekten Prozessen sowie Digitalisierung dazu bei. Auf der anderen Seite zahlen „green“ Maßnahmen wie die Definition einer Klimastrategie, die Nutzung erneuerbarer Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (Inbetriebnahme eines Blockheizkraftwerkes in München in 2016) als auch ein ganzheitliches Energiemanagement darauf ein.

InstandhaltungUm höchste Qualität zu gewährleisten, wurde eine einheitliche, netzwerkweite Qualitätscluster-Strategie eingeführt. Eine systematische Ursachenanalyse binnen 24 h sichert eine schnelle und nachhaltige Fehlerabstellung.

Die Basis unseres Tuns und Handelns sind unsere Unternehmenswerte: Entschlossenheit, Respekt, Integrität, Kundenfokus und Teamgeist. Diese geben zusammen mit Strukturen, Regeln und offener Kommunikation Orientierung. Wenn diese Dinge gelebt werden und sowohl die Mitarbeiter als auch die Führungskräfte ihre Aufgabe und Verantwortung ernst nehmen, dann entsteht eine Vertrauenskultur. Dies ist substanziell, denn „trust reduces complexity“.

MAN berichtet live auf der Jahrestagung Montage

Erfahren Sie bei der Konferenz Montage 2018, welche Trends die Welt der Produktion in diesem Jahr bewegt und gehen Sie den Schritt in die Zukunft gemeinsam mit unseren Vorreitern. Neben dem Austausch mit Experten, wie Dr. Alexander Keßl, erhalten Sie Anregungen bei unseren Live-Besichtigungen. Hier erhalten Sie die Möglichkeit, die Montage eines Best Practice Unternehmens oder die neuen Erkenntnisse der „Montagetechnik und Robotik” live zu sehen. Nutzen Sie die Jahrestagung, um sich neue Impulse für Ihre tägliche Arbeit zu holen.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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