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Sprache in Iran: Heißt es eigentlich „der Iran“?

Iran Fahne

Iran wird ohne bestimmten Artikel gesprochen bzw. geschrieben, weil es etymologisch gesehen im Persischen keinen bestimmten Artikel gibt. Diese Schreibweise hat sich in der deutschen Umgangssprache ebenso eingebürgert wie oft auch in journalistischen oder wissenschaftlichen Texten. Bei den Länderbezeichnungen „der“ Irak oder „der“ Libanon ist die Verwendung eines bestimmten Artikels jedoch richtig. Diese Bezeichnungen stammen aus dem Arabischen.

Verschiedene Sprachfamilien sind verantwortlich

Während Persisch zur indoeuropäischen Sprachfamilie gehört, einer Untergruppe der indogermanischen Sprachfamilie, gehört Arabisch zu den semitischen Sprachen ebenso wie die jüdischen Sprachen. Die arabische Sprache verfügt über 28 Buchstaben, den Buchstaben „P“ gibt es z. B. im Arabischen nicht. Das persische Alphabet hat dagegen 32 Buchstaben, die aus dem Arabischen stammen, wobei die Perser vier Buchstaben hinzugefügt haben, um entsprechende Vokale ausdrücken zu können. Beide Schriften sind als sogenannte Konsonantenschriften vokallose Schriften. Die fehlenden Vokale werden durch besondere Vokalzeichen ergänzt. Man kann die Wörter im Grunde nur lesen, wenn man sie bereits kennt.

Ein kleines Beispiel zur Erläuterung: Der Name Mohammed (persisch) oder Muhammad (arabisch) schreibt sich in beiden Sprachen nur M h d. Beide Schriften haben eine weitere Gemeinsamkeit, sie werden von rechts nach links geschrieben. Durch den Islam gelangten viele religiöse Termini ins Persische, da sie unverändert übernommen wurden.

Das heute gesprochene Persisch kommt in drei Hauptvarianten vor: Als Dari  ist es die offizielle Sprache Afghanistans, als Tajik wird es in Tadschikistan gesprochen und eben als Farsi in Iran. Mit anderen iranischen Sprachen und Dialekten (Kurdisch, Paschtu) gehört es wie gesagt zum indoeuropäischen Zweig des Indogermanischen. Iranische Sprachen werden neben Iran auch in Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, in Usbekistan, im Irak und in der Türkei gesprochen, teilweise auch im Kaukasus (Ossetisch) und im Oman  als Kumzari.

Im gesamten ostiranischen Raum (Afghanistan, Pakistan, Indien) wurde Persisch wegen seiner grammatikalischen Einfachheit als Lingua franca benutzt. Aus dem Persischen gelangten viele arabische Wörter ins Türkische (Osmanisch), in Urdu und Hindi (Pakistan, Indien). In vielen Dynastien diente es als Hofsprache.

Autor: Michael Gorges für Management Circle

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Lean-, Soft Skills-Themen und die Iran-Veranstaltungen zuständig. In diesen Blogs informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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