facebook_pixel

Mit Agilität zum Projekterfolg: Warum Scrum nicht nur im Rugby von Vorteil ist!

Scrum In Der Praxis - Der Weg Zum Projekterfolg

Die Kundenwünsche verändern sich, die Konkurrenz wächst und die Planung wird immer komplexer. Projektmanagement ist heutzutage keine leichte Aufgabe. Um im Wettbewerb langfristig bestehen zu können, sind Flexibilität und Agilität ein Muss für jedes Unternehmen.

Doch wie können Projekte agil gemanagt werden? Eine Möglichkeit ist die Anwendung von Scrum in der Praxis. Was sich dahinter verbirgt, warum Rugby dabei eine wichtige Rolle spielt und wie Sie Projekte mit der agilen Methode zum Erfolg führen, klären wir in diesem Artikel.

Projektmanagement im Wandel – die Herausforderungen komplexer Projekte

Projekte werden in der heutigen Zeit immer komplexer – das betrifft insbesondere die Industrie, aber auch viele andere Bereiche. Die Gründe dafür sind in erster Linie die drei folgenden:

Die Produktentwicklung sieht sich durch den Fortschritt in Software und Technik mit neuen Kundenanforderungen konfrontiert.

Die Produktentwicklungszeiten müssen durch den internationalen Konkurrenzdruck immer kürzer werden.

Die Projektmitglieder müssen länderübergreifend zusammenarbeiten, Aufgaben koordinieren und sich gezielt abstimmen.

Gerade der letzte Punkt ist ein wichtiger Schlüsselfaktor für den Projekterfolg. Funktioniert die interdisziplinäre Zusammenarbeit nicht reibungslos und es entstehen unvorhergesehene Probleme, kann das zu erheblichen Verzögerungen im Projektablauf und dadurch mitunter zu einem großen wirtschaftlichen Schaden führen – wie der Flughafen in Berlin in aktuellen Pressemeldungen zeigt.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch der Fachkräftemangel die Durchführung von Großprojekten stark behindern kann. Die Gründe liegen in diesem Fall vor allem darin, dass:

Die notwendigen Qualifikationen fehlen.

Die Positionen oftmals nicht länger als fünf Jahre lang ausgeübt werden.

Die psychischen Erkrankungen in Form von Überlastung oder Burnout zunehmen.

Starrheit war gestern – mehr Agilität statt Planungsstrenge ist gefragt

Die genannten Herausforderungen führen zwangsläufig dazu, dass der Weg vom klassischen, planungsorientierten Projektmanagement hin zu agilen Ansätzen führt. Trägheit und Inflexibilität durch starre Prozesse sind in der heutigen Zeit das Todschlag-Argument für viele Unternehmen.

Mit agilen Projektmanagement-Ansätzen können Unternehmen ihre Prozesse dynamischer und flexibler steuern. Das liegt daran, dass ein agiler Ansatz nicht nur einen geringeren Planungsaufwand, weniger Führungsdruck und schnellere Produktzyklen mit sich bringt, sondern auch voraussetzt. Dadurch kann auf plötzliche Veränderungen und Kundenwünsche viel schneller reagiert werden.

Die detaillierten Unterschiede zwischen dem klassischen, planungsorientierten Projektmanagement und einem agilen Ansatz hat Christian Sturm von der Daimler AG in unserem Blog bereits erläutert. Lesen Sie es gerne noch einmal nach:

 

Scrum – die Rugby-Methode im agilen Projektmanagement?

Unter den vielen Methoden des agilen Projektmanagements hat sich eine in den letzten Jahren stark herauskristallisiert und sich sozusagen als Standard für das Managen komplexer Produkte und Projekte durchgesetzt – das sogenannte Scrum.

Der Begriff Scrum kommt eigentlich aus dem Rugby-Sport, wo er wörtlich übersetzt für das „geordnete Gedränge“ steht. Der Begriff ergibt sich daraus, dass sich zu Beginn eines jeden Spielabschnitts, das Rugby-Team neu ordnet, die Köpfe zusammensteckt und gemeinsam angreift.

Und das kann perfekt auf das Projektmanagement übertragen werden. Scrum zielt hier ebenfalls darauf ab, ein komplexes Projekt gemeinsam anzugehen, sich flexibel zuzuspielen und die Herausforderung als Team zu meistern. Teamarbeitsmodus statt Einzelkämpfer-Modus ist angesagt.

Ursprünglich wurde die agile Methode Scrum zwar für die Softwareentwicklung konzipiert. In den letzten Jahren hat Scrum aber in der physischen Produktentwicklung an Bedeutung gewonnen.

Ziele und Vorteile – das steckt hinter der Scrum-Methode

Scrum setzt in erster Linie auf die Selbstorganisation des Projektteams. Werte wie Offenheit, Respekt und Vertrauen werden dabei betont. Dadurch werden zwei ganz wichtige Voraussetzungen für Scrum erfüllt: Die direkte Kommunikation untereinander und kurze Feedback-Schleifen zum Status Quo des Projektes.

Die vorrangigen Ziele von Scrum sind daher:

Die schnelle Reaktionsfähigkeit auf sich verändernde Kundenanforderungen

Die kürze Time-To-Market des neu zu entwickelnden Produkts

Die höhere Qualität und damit auch Kundenzufriedenheit

Die optimierten Schnittstellen zu Fachabteilungen wie Einkauf oder Fertigung

Die möglichen Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und Kosten zu reduzieren

Kurz zusammengefasst bedeutet das: Mit Scrum entwickeln Sie etwas, analysieren die Fehler in Produkt und Prozess und verbessern anschließend die Spezifikationen, um die gefundenen Fehler ausbügeln zu können.

Gewusst wie – so funktioniert Scrum in der Praxis

Für die Arbeit nach der Scrum-Methode gibt es festgelegte Regeln, Rollen und Meetings, um die maximale Transparenz und ein möglichst effizientes Arbeiten zu gewährleisten.

3 Rollen gilt es zu besetzen:

1

Product Owner:
Der Product Owner ist eine einzelne Person, welche die fachlichen Anforderungen des Projekts definiert und priorisiert.

2

Scrum Master:
Der Scrum Master managt die Prozesse und beseitigt etwaige Hindernisse in der Projektarbeit. Er sorgt zum Beispiel dafür, dass die Regeln eingehalten werden und der Status der einzelnen Aufgaben immer aktualisiert wird. Er ist dabei jedoch nicht mit einem Projektleiter zu verwechseln, da er nicht das Sagen hat, sondern eher als Moderator fungiert, der die Kommunikation zwischen Product Owner und Entwicklungsteam steuert.

3

Entwicklungsteam:
Das Team entwickelt das Produkt und verantwortet die Lieferung der vom Product Owner festgelegten Eigenschaften des Produkts. Es organisiert sich selbst, sodass es sich durch ein hohes Maß an Eigenverantwortung auszeichnet.

Als vierte Rolle können noch die Stakeholder genannt werden. Diese beobachten das Geschehen und stehen beratend zur Seite, sind aber nicht Teil der am Projekt direkt beteiligten Rollen.

3 Artefakte müssen erstellt werden:

1

Product Backlog:
Das Product Backlog enthält die Liste der Projektanforderungen, die vom Product Owner ständig erweitert und neu priorisiert wird. Diese Liste ist also niemals statisch, sondern immer flexibel und dynamisch.

2

Sprint Backlog:
Das Sprint Backlog enthält die jeweiligen Aufgaben eines Arbeitspakets inklusive dem zuständigen Bearbeiter aus dem Entwicklungsteam. Darüber hinaus werden in dieser Liste auch die täglich aktualisierten Restaufwände der einzelnen Aufgaben festgehalten

3

Product Increment:
Das Produkt Increment beschreibt das einsatzfähige Produkt, das am Ende eines Bearbeitungszyklus, dem sogenannten Sprint freigegeben wird.

5 Aktivitäten werden absolviert:

1

Sprint:
Der Sprint bezeichnet einen Zyklus in der Produktentwicklung, der immer gleich lang ist, in der Regel sind das maximal 30 Tage. Während eines Sprints setzt das Entwicklungsteam die Aufgaben aus dem Sprint Backlog um, fügt dem Produkt eine neue Funktion hinzu oder verbessert eine bereits vorhandene.

2

Sprint Planning:
Das Sprint Planning erfolgt jeweils vor einem Sprint. Aus diesem Meeting entsteht letztlich der Sprint Backlog.

3

Daily Scrum:
Der Daily Scrum ist ein tägliches, aber streng auf 15 Minuten begrenztes Meeting, das als tägliches Status-Update für alle Rollen dient.

4

Sprint Review:
Im Sprint Review präsentiert das Entwicklungsteam am Ende eines jeden Sprints dem Product Owner und den Stakeholdern die jeweiligen Ergebnisse live am Produkt oder im System. Dokumente oder Präsentationen haben hier nichts zu suchen. Das Feedback aus dem Review Meeting wird dann für den nächsten Sprint, also die nächste Projekteetappe genutzt.

5

Sprint Retrospective:
In der Sprint Retrospective werden nicht die Ergebnisse der Produktentwicklung analysiert, sondern die der Zusammenarbeit des Projektteams, um eine kontinuierliche Verbesserung zu ermöglichen.

Noch mehr Infos zu Agilität, Scrum und Co.

Die Projektmanagement Akademie bietet Ihnen ein umfassendes Ausbildungsprogramm zu Hard und Soft Skills mit der Möglichkeit der Zertifizierung. Informieren Sie sich jetzt und bestimmen Sie Ihren Projekterfolg und den Unternehmenserfolg ab sofort entscheidend mit!

Leseprobe: Schriftlicher Lehrgang Projektmanagement

Leseprobe: Schriftlicher Lehrgang Projektmanagement

Mit dem Schriftlichen Lehrgang Projektmanagement holen Sie sich wichtige Hard- und Soft-Skills für Ihren Projekterfolg. Fordern Sie jetzt eine Leseprobe an!
Jetzt kostenlos herunterladen!

Martina Große Bley

Ich bin bei Management Circle für die Themen-Blogs Soft Skills und Projektmanagement verantwortlich. Mit abwechslungsreichen Artikeln, Interviews und Gastbeiträgen unserer Referenten informiere ich Sie über Tipps und Tricks, um die eigenen Kompetenzen noch weiter verbessern zu können. Ich freue mich auf den Wissensaustausch mit Ihnen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Holen Sie sich jetzt die Toolbox für Ihren Projekterfolg!

Experte Herbert A. Jopp hat eine praktische Checkliste für Ihren Projektmanagement-Alltag zusammengestellt! Laden Sie sich jetzt unser neues Whitepaper herunter und profitieren Sie von seinen Erfahrungen.