Mensch und Maschine – ist das die Kooperation der Zukunft?

Kopp

Was denkt ein menschliches Gehirn, wenn es auf einen Roboter trifft oder gar mit einem zusammenarbeiten muss? Wir haben diese und weitere Fragen Prof. Dr. Stefan Kopp gestellt, der der Ansicht ist, dass die Zukunft einer Mensch-Maschinen-Kooperation gehört.

Prof. Dr. Stefan Kopp wurde nach seiner Promotion an der Universität Bielefeld und nachfolgendem Auslandsaufenthalt an der Northwestern University (USA) im Jahr 2008 Leiter der „Sociable Agents Group“ am Exzellenzcluster CITEC.

Seit 2012 ist er Professor an der Technischen Fakultät in Bielefeld. Dort war er unter anderem stellvertretender Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Ausrichtung in der Kommunikation“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie Vorsitzender der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft.

Biologie und Psychologie als Basis der Robotik?

Welche Erkenntnisse der Biologie und Psychologie machten die neuesten Roboter möglich?

Die Fähigkeiten von Robotern sind durch zwei wesentliche Eigenschaften bestimmt: Ihre mechanischen Körper und ihre „Intelligenz“. Zwar gibt es zunehmend Versuche, Roboter mit biologisch plausibleren Körpern auszustatten. Aber im Kontext von Industrie 4.0 zeichnen sich Roboter vor allem durch intelligente Algorithmen aus, mit denen sie Situationen besser erkennen, ihre Handlungen feinfühliger steuern und sich mit anderen Systemen koordinieren können. Diese Fortschritte werden durch neueste Techniken der künstlichen Intelligenz möglich, die auf einem besseren Verständnis der menschlichen Kognition und — vor allem — der neuronalen Informationsverarbeitung beruhen.

Kuenstliche Intelligenz

Menschliches vs. künstliches Gehirn

Was unterscheidet das menschliche Gehirn konkret von dem künstlichen?

Große technologische Fortschritte werden aktuell vor allem dadurch erzielt, dass Modelle der neuronalen Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn übernommen und skaliert wurden. Dennoch unterscheidet sich künstliche Intelligenz heute stärker als jemals zuvor von menschlicher Kognition. Moderne KI-Systeme versuchen nicht mehr, das menschliche Denken zu imitieren, sondern sind bestrebt, praktische Probleme zu lösen. Dieses gelingt aktuell in beeindruckender Weise durch lernbasierte Verfahren, die große Datenmengen verarbeiten und Muster erkennen, indem sie Fehlerfunktionen minimieren.

Was denkt ein menschliches Gehirn, wenn es auf einen Roboter trifft?

Menschen sind zutiefst soziale Wesen. Unser Gehirn ist vor allem deswegen so leistungsfähig, weil wir in einer komplexen sozialen Welt mit anderen autonomen Agenten erfolgreich interagieren und kooperieren müssen. Eine wichtige Frage für unser Gehirn ist daher immer: Ist das Ding vor mir ein „Objekt“ oder ein „Subjekt“? Im digitalen Zeitalter treffen wir auf zunehmend autonome und intelligente Objekte (sprich Roboter, Autos, Avatare, etc.). Das Zusammenarbeiten mit diesen bedeutet für unser Gehirn, dass es Zwischenkategorien bilden muss. Ein Roboter sieht vielleicht quasi-menschlich aus und zeigt eigenständiges Verhalten, erzeugt dieses aber nicht aus menschlichen Gründen und Motivationen heraus. Im Effekt können (und wollen) Menschen soziale Schablonen auf Roboter anwenden und zum Beispiel natürlich interagieren. Das ist aber auch problematisch, falls dann Erwartungen nicht zutreffen, Inkonsistenzen auftreten und Irritationen folgen.

Die Zukunft der Produktion: Mensch-Roboter-Kooperation

Und als letztes: Glauben Sie, dass eine Kooperation zwischen Mensch und Roboter die Zukunft der Produktion darstellt?

Es ist nicht mehr zu bestreiten, dass sich Arbeit in vielen Bereichen grundlegend ändern wird. Manche Tätigkeiten wurden und werden durch Automatisierung übernommen, in Zukunft durch zunehmend flexible und mobile Roboter. Andere bleiben zunächst weiterhin den Menschen vorbehalten, vor allem solche, in denen rasch und flexibel unter sich unvorhersehbar ändernden Umständen gehandelt werden muss. Es wird in Zukunft daher stark auf die erfolgreiche Zusammenarbeit von Mensch und Maschine ankommen, wobei sich Aufgabenbereiche verschieben. Menschen werden zudem neue Tätigkeiten übernehmen, die die Roboter selbst betreffen (zum Beispiel diese zu trainieren, instruieren oder disponieren).

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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