Main Funders, Main Incubator und Co: Die FinTech-Strategie der Commerzbank

Bild Von Frankfurt Aus Der Luft

Ob man sie nun als Konkurrenten sieht oder als Kooperationspartner: FinTechs sind da um zu bleiben und werden die Finanzbranche nachhaltig verändern. Grund genug, mal einen Blick auf eine Bank zu werfen, die im Umgang mit ihnen eine sehr gut definierte Strategie verfolgt: Nämlich auf die Commerzbank.

Commerzbank: Schon länger aktiv in der FinTech-Szene

Schon seit 2013 gründete die Commerzbank die Main Incubator GmbH, die ihren operativen Start im März 2014, also vor fast drei Jahren, erlebte.

Der Main Incubator unterstützt Startups aus dem FinTech-Bereich

Smartphone, Digitalisierung, Zukunft, Generation Z

Bei der Tochterfirma handelt es sich um ein Gründerzentrum, das ausschließlich Startups im FinTech-Bereich unterstützt. Laut eigener Aussage geht es dabei darum, innovative Geschäftsideen zu fördern, die der Schlüssel für den digitalen Transformationsprozess in der Finanzdienstleistungsbranche seien. Im Portfolio des Inkubators befinden sich derzeit sieben Dienstleister, die vor allem mit TraxPay und OptioPay teilweise Bereiche des Kerngeschäfts der Commerzbank abbilden.

  • Traxpay ist ein Anbieter für dynamische Zahlungslösungen im B2B-Bereich.
  • Grover bietet Kunden die Möglichkeit, über ein neuartiges und automatisiertes Zahlmodell Technik-Gadgets zu mieten. Ohne Mindestvertragslaufzeit oder Vorauszahlungen.
  • OptioPay ist eine Auszahlungsplattform, mit der Zahlungen von Unternehmen an deren Kunden und Mitarbeiter abgewickelt werden.
  • Bilendo bietet eine intelligente Software, mit der Firmen ihr Mahnwesen automatisieren können, von der Rechnungsstellung über das Forderungsmanagement bis zum Zahlungseingang.
  • Userlane entwickelte eine Technologie, mit der sich beim Einsatz von Software interaktive Live-Tutorials ausspielen lassen .Das können Unternehmen zum Beispiel nutzen, um Onboarding- oder Schulungskosten zu reduzieren.
  • Gini bietet eine Lösung, mit der über eine Schnittstelle Dokumente analysiert, strukturiert und geordnet werden können.
  • Retresco kann Datenquellen analysieren und auswerten und auf Basis semantischer Verfahren daraus automatisch relevante Texte generieren. Der Autor hofft inständig, dass er durch so etwas nicht seinen Job verliert.

Über den Main Incubator bekommen die Startups nicht nur Kapital, sondern zum Beispiel auch Räume und das Know-how der Bank. Denn das Unternehmen bleibt eine hundertprozentige Tochter der Commerzbank, die allerdings nicht operativ in das Geschäft der Startups eingreift.

Die digitale Transformation des Corporate Banking

Treffen Sie auf unserer Konferenz am 20. und 21. März 2017 Experten aus den Bereichen Corporate Banking und FinTech. Unter anderem mit dabei: Christian Hoppe von der Commerzbank und Matthias Lais von der Main Incubator GmbH.

Informieren Sie sich auf unserer Website zu allen Highlights der Veranstaltung.

Mit Main Funders zum zweiten Mal ins Kreditgeschäft

So richtig greift die Commerzbank sich aber nun sogar selbst an, seit dieses Jahr der digitale Finanzierungsmarktplatz Main Funders an den Start ging. Bei Main Funders handelt es sich um eine Peer-to-Peer-Lending-Plattform für mittelständische Unternehmen. Diese können sich dort direkt an Investoren wenden, wenn sie nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen. FinTechs wie Funding Circle oder auxmoney lassen grüßen. Damit ist die Commerzbank die erste deutsche Großbank, die ein solches Projekt selbst umsetzt. Denn auch bei der Sparda-Bank Berlin, die ein ähnliches Projekt unterhält, wird dafür mit Funding Circle kooperiert.

Bleibt die Frage: Warum? Schließlich ist die Kreditvergabe ein Kerngeschäft der Commerzbank. Und mit Projekten wie diesen, macht sie sich doch nur selbst Konkurrenz. Aber genau das ist auch gewollt. Denn, auch wenn viele Kunden manchen Vorzug ihrer Bankfiliale noch schätzen, wollen doch immer mehr moderne Dienstleistungen direkt vom Telefon aus erledigen und sich möglichst wenig um Geldangelegenheiten kümmern müssen.

Und genau da setzt die Strategie der Commerzbank an: Denn in einem disruptiven Markt muss man davon ausgehen, dass das eigene Geschäftsmodell irgendwann „wegstirbt“. Also warum sollte man es nicht selbst angreifen, statt irgendwelchen Quereinsteigern das Feld zu überlassen? Genau das hat die Bank vor, denn langfristig ist es das Ziel, die Dienstleistungen der geförderten FinTechs in das eigene Geschäftsmodell zu integrieren. Natürlich gehört zu einer solchen Strategie viel Mut und Innovationsfähigkeit. Aber wahrscheinlich braucht es das, um in der heutigen Wirtschaft zu überleben.

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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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