Lernen in der Arbeitswelt 4.0 (Teil 5) – Social Learning

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Beitragsserien: Lernen in der Arbeitswelt 4.0

Nachdem sich die letzten Teile unserer Reihe zum Lernen in der Arbeitswelt 4.0 um sehr technologische Themen dreht, kommen wir heute mal wieder zu den Menschen zurück. (Zumindest teilweise.) Dieses mal geht es um: Social Learning!

Worum geht es beim Social Learning?

Wie so oft bei solchen eingedeutschen Begriffen geht es eigentlich um etwas nicht ganz Neues: Beim Social Learning geht es um Lernen durch soziale Interaktion zwischen Menschen. Es ist unter anderem bekannt aus dem 70-20-10-Modell. Das Modell besagt grob, dass sich 70 Prozent des Lernens aus der praktischen Bewältigung von fordernden Aufgaben speisen und 10 Prozent aus der initialen, klassischen Vermittlung desselben – also im Management Circle Seminar, im Klassenraum oder auf einer Tagung. Der Rest kommt aus interaktionen mit anderen Lernern, beinhaltet Elemente wie Coaching und Mentoring, den Austausch in Communities und das altbekannte Beobachtungslernen, mit dem sich die Menschheit wortwörtlich schon seit Urzeiten durchs Leben schlägt.

Und wenn Sie es sich mal überlegen, ist dieses Prinzip auch für den Arbeitsplatz a) sehr geeignet und b) wird es alleine informell sehr häufig angewandt. Denn Mitarbeiter fragen häufig ihre Kollegen, wenn etwas unklar ist, und lassen sich auch Dinge oder spezielle Kniffe zeigen. Es gibt wiederum andere, die auch gerne ihre Kniffe oder ihr Wissen mit anderen teilen. Und die im 70-20-10-Modell prognostizierten 20 Prozent Social Learning sind dabei nicht einmal institutionalisiert. Die Schätzung ist viel mehr unabhängig von jedem Lernkonzept.

Business Rhetorik

Social Learning, Digitalisierung und betriebliches Lernen

Den Grund, aus dem die Prinzipien des Social Learning im betrieblichen Lernen wieder en vogue sind, finden wir (wie so oft) in den Möglichkeiten der Digitalisierung. Computer und Netz bieten uns nicht erst seit dem Smartphone Möglichkeiten, uns auszutauschen – immer mehr auch in Live-Kommunikation, aber auch asynchron: Wir veröffentlichen zum Beispiel einen Blogpost auf dieser Seite, Sie haben die Möglichkeit, diesen Tage später zu lesen und darauf zu antworten.

Möglichkeiten bietet die Technik wie Sand am Meer:

  • Blogs
  • Videoportale
  • E-Learning-Software
  • Wikis
  • Content/Document Sharing Platforms
  • Internetforen
  • Social Networks
  • Social Media
  • Instant Messenger
  • Social Intranet
  • Conferencing Tools
  • Und viel mehr…
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Die kollaborativen Szenarien, die sich hier ergeben, sind vielfältig. Und gerade, wenn man mal nicht in das Unternehmen oder an den Arbeitsplatz schaut, ist es mittlerweile ein weltweiter Aspekt unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens, sie auch zu nutzen. Zu allen Lebensbereichen diskutieren Menschen auf Blogs und in Kommentarspalten, produzieren lehrreiche oder meinungsstarke Videos und Podcasts, tauschen sich aus, arbeiten zusammen oder auch gegeneinander. In Communities werden Menschen zu Experten, einfach nur weil sie Teil davon sind. Was für eine Vision für die Arbeitswelt!

Einige Vorteile von Social Learning

  • Inhalte aus Seminaren oder anderen klassischen Lernformen können in das Unternehmen getragen, dort verankert und sogar vertieft werden.
  • Wissen wird in Form von Medien aufbereitet und verstetigt. Manche Tools – z.B. Wikis oder Videos – helfen später auch neuen Mitarbeitern beim Onboarding.
  • Digitalisierte Informationen, Diskussionen und in Bearbeitung befindliche Dokumente sind zeitlich und örtlich flexibel abrufbar. Jeder kann sich damit befassen, wann und wo er möchte.
  • Alle Mitarbeiter können qua ihrer Expertise, Interessen oder beruflichen Bedürfnisee entscheiden, zu welchen Themen sie sich austauschen oder informieren. Diese Autonomie und das Eigeninteresse verstärken den Lernprozess.
  • Potenziell helfen Tools wie diese, Informationssilos im Unternehmen aufzubrechen und Abteilungsgrenzen zu überwinden. Das kann auch helfen, neue Ideen zu generieren und die Arbeit im Unternehmen zu optimieren.

Integration von Social Learning am Arbeitsplatz

Nun ist allerdings die Frage: Wie integriert man diese unglaublichen Möglichkeiten am Arbeitsplatz? Baut man sich ein Social Intranet auf und implementiert ganz viele Bausteine, die genau diese Austausch- und Lernprozesse fördern? Gibt man den Mitarbeitern die Möglichkeit, intern oder sogar im WWW zu bloggen oder kleine Videos zu produzieren? Führt man große Unternehmenswikis oder eröffnet private Facebook-Gruppen, Slack-Chats oder Foren? Das sind alles technisch leicht umsetzbare Maßnahmen – aber die werden Ihnen nicht per se weiterhelfen…

Denn hier kommen wir zu dem zurück, was wir eingangs gesagt haben oder auch in den Internet-Communities beobachten: Was hier erreicht werden soll, ist eine Kultur des Lernens. Und dazu sind technische Hilfsmittel nicht hinreichend, sondern können höchstens unterstützen. Wenn Ihre Mitarbeiter sich zum Beispiel nicht trauen, überhaupt keine Zeit haben oder keinen Sinn darin sehen, wird jedes implementierte Werkzeug zu einer Wüste verkommen, weil sie niemand nutzt.

Ist Social Learning etwas für Ihr Unternehmen?

Das ist entsprechend tatsächlich eine Frage der Unternehmenskultur. Ist Lernen wichtig in Ihrem Unternehmen und wird das von den Führungskräften auch so propagiert? Können und dürfen sich Mitarbeiter die Zeit dafür nehmen? Werden offene Kommunikation und Kollaboration geschätzt oder eher unterbunden? Wie autonom arbeiten und fühlen sich Ihre Mitarbeiter? Fragen wie diese müssen Sie sich stellen und dann ehrlich mit sich sein. Denn nur in einem Unternehmen mit der entsprechenden zugrundeliegenden Philosophie und Kultur kann ein Social Learning Ansatz auch florieren.  Welche Tools genau dafür eingesetzt werden, ist dann nur noch eine nachgeordnete Frage, die individuell anhand Geschmack und Arbeitsprozessen des Unternehmens optimiert beantwortet werden kann.

Wenn Sie gerne weitere Innovationen aus dem Corporate Learning kennenlernen möchten, schauen Sie doch gerne mal in unseren Rückblick zum Corporate Learning Forum 2017!

Rückblick Corporate Learning Forum 2017

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Sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen oder die Technologie? Und was macht die Digitalisierung des Lernens eigentlich alles möglich? Lesen Sie unseren Rückblick!
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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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