Lernen in der Arbeitswelt 4.0 (Teil 3) – Chatbots und Intelligente Assistenten

Künstliche Intelligenz
Beitragsserien: Lernen in der Arbeitswelt 4.0

Nachdem wir uns in den ersten beiden Teilen unserer Reihe mit den etablierten Lernformen der Virtual und Flipped Classrooms beschäftigt haben, blicken wir heute etwas in die Zukunft. Genauer kümmern wir uns um künstliche Intelligenzen, virtuelle Assistenten und – etwas bodenständiger gesprochen – um Chatbots. Da stellt sich doch die Frage: Wer lernt hier eigentlich?

Grundsätzlich: Wie funktionieren Chatbots?

Mit dem Thema Chatbots beschäftigten wir uns bereits auf unserem Digitalisierungsblog . Ganz grundsätzlich handelt es sich um Software, mit der man kommunizieren kann – möglichst wie mit einem normalen Menschen. Das kann beispielsweise über einen Text Messenger erfolgen, aber auch mit Sprachprogrammen. Bekannte Beispiele dafür gibt es bei allen großen Technologiefirmen: Der Google Assistant, Amazons Alexa, Microsofts  Cortana oder die wohl bekannteste Software: Siri von Apple.

Das Besondere an diesen Programmen: Sie sind nicht nur in der Lage, vordefinierte Fragen zu beantworten, sondern passen sich über künstliche Intelligenzen den individuellen Suchpräferenzen ihrer Nutzer an. Sie lernen, wie ihr Nutzer spricht, was für Informationen er in seinem Alltag benötigt und entwickeln darauf basierend auch Vorschläge, bevor überhaupt etwas gefragt wird. (Hat Ihnen Google schon mal ungefragt Verkehrsmeldungen zu Ihrem Arbeitsweg gegeben?) Darüber hinaus lernen einige neuere Programme außerdem auch emotionale Intelligenz! So werden sie immer „menschlicher“ und es wird immer einfacher, mit ihnen „echte“ Gespräche zu führen.

Bild: iPhone
Modern technologies

Haben Sie Snow Crash gelesen?

Mit diesem Buch haben wir uns schon mal im Zusammenhang mit dem Thema Virtual Reality beschäftigt. Schriftsteller Neal Stephenson, der übrigens auch mal Berater von Jeff Bezos Raumfahrtunternehmen war, popularisierte in Snow Crash Ideen zum World Wide Web, Videospielen, Virtuellen Realitäten – und auch zu künstlicher Intelligenz.

Ein großer Teil der Geschichte spielt sich in einer virtuellen Realität ab, in der der Protagonist im Dialog mit einer künstlichen Intelligenz, dem Bibliothekar, Nachforschungen zu einem mysteriösen Computervirus anstellt. Der Bibliothekar hat zwar keine emotionale Intelligenz, ist aber ansonsten in der Lage, längere Gespräche zu führen. Dabei greift er auf riesige Datenberge an Wissen zurück und kann auch Prognosen darüber anstellen, welche Informationen seinem Gesprächspartner weiterhelfen. Können Sie sich den Transfer zum betrieblichen Lernen bereits vorstellen?

Intelligente Assistenten als Begleiter bei der Arbeit

Bei der Arbeit könnten Intelligente Assistenten für Mitarbeiter eine wertvolle Unterstützung sein. Bei komplexen, aber auch bei einfachen Aufgaben. Wenn man mal etwas nicht weiß, könnte man einfach fragen – geht ja mit modernen Smartphones jetzt bereits. In welcher Form die Informationen dann ausgespielt werden, zum Beispiel durch Sprache, in einem Chat (der Messenger Slack würde sich hierfür beispielsweise eignen) oder auf einer AR-Brille, könnte je nach Art der Arbeit variieren.

Dabei wäre die Software einerseits eingebettet in die Wissensumgebung des Unternehmens, würde von den Möglichkeiten der Online-Suche profitieren und andererseits würde sie durch das Zusammenspiel mit dem jeweiligen Mitarbeiter lernen, immer besser auf dessen Bedürfnisse zu reagieren. Hier wird also das Lernen sozusagen externalisiert, von der Person auf ein digitales Hilfsmittel übertragen, das Zugriff auf mehr Daten und Informationen hat, als der Mitarbeiter selbst.

Auch hier gilt: Was eigentlich irgendwie noch klingt wie Zukunftsmusik, nutzen viele Menschen bereits privat. Vielleicht sogar Sie selbst, aber definitiv jemand in ihrem persönlichen oder beruflichen Umfeld. So weit in die Zukunft schauen wir also gar nicht!

Umfrage Digi

Verlassen wir uns zu viel auf digitale Hilfsmittel?

Torsten Fell, der unser Corporate Learning Forum moderierte, schlägt auf seinem Blog sogar vor, Schülern bereits ab der Schulzeit virtuelle Lernassistenten zur Verfügung zu stellen, die sie ihr Leben lang behalten. Er schlägt vor, diesen später Updates aufzuspielen, wenn „ihre“ Menschen später in einem Unternehmen anfangen. Die könnten dann zum Beispiel Onboarding-Prozesse unterstützen.

Was klingt, wie eine Zukunftsvision aus der Science Fiction, birgt aber auch eine wichtige Problemstellung. Und die sehen wir bereits heute. Es geht nämlich um die Frage, wann Informationen zu Wissen werden, und um den qualitativen Unterschied zwischen beiden. Denn Informationen sind heute überall abrufbar, aber Wissen hat viel mehr mit der Verknüpfung der Informationen und einem tieferen Verständnis zu tun. Experten sind nicht Experten, weil sie alles auf Google finden. Sie sind Experten, weil sie ihre Themen in der Tiefe verstehen. Und genau da liegt eine interessante Frage: Wenn wir Informationen in Zukunft (schon jetzt, eigentlich!) immer nur noch mundgerecht serviert bekommen – und künstliche Intelligenzen uns nun auch noch die Arbeit abnehmen, darüber nachzudenken, was wir überhaupt suchen müssen bzw. welche Informationen wir benötigen: Würden wir damit nach und nach die Fähigkeiten verlieren, Expertise in einem Themengebiet aufzubauen? Oder sehen wir das an dieser Stelle zu schwarz?

Rückblick Corporate Learning Forum 2017

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Sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen oder die Technologie? Und was macht die Digitalisierung des Lernens eigentlich alles möglich? Lesen Sie unseren Rückblick!
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Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

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