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Kleine Formulierungen machen den Unterschied – Persische Kultur vs. iranische Kultur

Tee Iran

Herr Michael Gorges ist als Ethnologe vertraut mit allen Feinheiten des Nahen und Mittleren Ostens. Er ist Fachbuchautor, Dozent und Trainer für interkulturelle Kommunikation mit mehr als 35 Jahren beruflicher und privater Erfahrung in und zu Iran. Heute hat er uns informiert, warum es einen Unterschied macht von iranischer bzw. persischer Kultur zu sprechen.

Wussten Sie schon? Es ist eine Verwechslung.

Das ist eine Verwechselung, die häufig auftritt. Die „iranische“ Kultur gibt es in diesem Sinne nicht, da Iran ein Vielvölkerstaat ist (seit 1924 gilt die offizielle Staatsbezeichnung Iran). Es werden z. B. 71 lokale Sprachen gesprochen, die teils verschiedenen Sprachfamilien (der semitischen, der indoeuropäischen, der Turksprachen) angehören und auch keinerlei Ähnlichkeiten miteinander haben. In Iran leben zahlreiche verschiedene Kulturen (Perser, Araber, Azeri, Luren, Gilaken, Kurden, Mazanderaner, Juden usw.), wobei die persische Kultur die dominante Kultur ist mit einem Bevölkerungsanteil von ca. 52 %, andere, z. B. der CIA geht von einem Anteil von 62 % Perser aus.

Die persische Kultur hat über 2500 Jahre die Geschichte, das Bewusstsein der Bewohner Irans, die Geschicke des Landes usw. bestimmt.

Das Persische hat die Nationalliteratur Irans geschaffen, z. B. das Shahnameh mit über 40.000 Versen, das persische Nationalepos, ein Heldenepos von Ferdausi aus dem 10. Jahrhundert.  Die persische Sprache hat darüber hinaus das Entstehen der späteren Nationalliteraturen so ziemlich aller mittelasiatischen Kulturen maßgeblich beeinflusst und angetrieben. Daher empfiehlt es sich, stets von der persischen Kultur zu sprechen.

Autor & Bildquelle: Michael Gorges

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Lean-, Soft Skills-Themen und die Iran-Veranstaltungen zuständig. In diesen Blogs informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

Dieser Beitrag hat 5 Kommentare

  1. Man könnte aber auch sagen, die iranische Kultur ist die Kultur Irans, an der alle Einwohner des Landes teilhaben. Daß sie zu unterschiedlichen Ethnien gehören, unterschiedliche Sprachen sprechen und daß es eigene Minderheitenkulturen gibt, ändert daran nichts. Egal ob Araber, Kurden, Perser, Türken oder was es sonst noch alles gibt: Als Staatsbürger sind sie alle Iraner. Was aber sind Perser? Diejenigen, die nur Persisch als Muttersprache sprechen? Oder diejenigen, die aus Fars (der Persis) stammen? Viele Iraner dürften heutzutage auch arabische oder türkische Vorfahren haben und viele sind mehrsprachig.

    Man könnte aber auch von der persophonen Kultur Irans sprechen, also der Kultur, die seit dem 9. Jahrhundert von der neupersischen Sprache und Literatur mitgeprägt und transportiert worden ist. Die gab es lange Zeit auch in Indien, wo man bis heute Spuren der „Persophonie“ antreffen kann. Auch Afghanistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Teile Usbekistans gehören zum persischsprachigen Kulturraum. Allerdings ist Persisch eine polyzentrische Sprache mit mehreren (z.T. historischen) Standardvarietäten. Daher wäre es vermutlich noch angemessener, von mehreren Ausprägungen der persophonen Kultur oder persophonen Kulturen zu sprechen.

    Kurz gesagt: Das ist kein einfaches Thema, bei dem man durchaus über den angemessensten Sprachgebrauch diskutieren kann. Ich habe hier nur einmal laut gedacht.

    Der Hinweis auf die ethnische und sprachliche Vielfalt der Iraner ist aber in jedem Fall angebracht und eine wichtige Information für alle, die es noch nicht wußten.

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