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An der Grenze des Möglichen: Schallschutz im Stuttgarter Garden Campus

Steidle Architekten

Vier denkmalgeschützte Gebäude im Süden Stuttgarts stehen seit 2009 leer. Was von 1972 bis 2009 die deutsche Hauptzentrale des Weltkonzerns IBM war, wirkt jetzt wie eine verlassene Geisterstadt. Dabei genießt der IBM Campus ein hohes Ansehen, da er vom Stararchitekten Egon Eiermann Ende der 1960er Jahre entworfen wurde. Doch seit die Liegenschaft 2015 von der GERCH Group erworben wurde, geht es langsam wieder voran und dem Campus wird endlich neues Leben eingehaucht. Und das mit einem Projektentwurf, der bis an die Grenzen des Machbaren geht.

Steidle Architekten und realgrün Landschaftarchitekten
© Steidle Architekten und realgrün Landschaftarchitekten

IBM Campus wird zum Vorzeigeprojekt

Garden Campus soll das neue Quartier heißen, das aus einem Wechselspiel aus Bürgerbeteiligung und Architekturwettbewerb entstand. Geplant ist ein durchmischtes Quartier, welches zu 73 Prozent als Wohn- und zu 23 Prozent als Gewerbefläche genutzt werden soll. 3.500 Einwohner und 2.000 Arbeitsplätze sollen hier entstehen. Da der Baubeginn aber erst für 2020 geplant ist, wird das Areal momentan zwischengenutzt:

Zum einen wollen wir Startups anlocken und Atelierräume für Künstler anbieten. Zum anderen wollen wir das Areal durch Kultur im weitesten Sinne, durch eine Gastronomie und einen Club beleben, damit die jungen Menschen, die eines Tages hier leben sollen, das Areal jetzt schon erleben können.

Matias Düsterdick, Geschäftsführer der GERCH Group

An der Grenze des Möglichen: Schallschutz im Garden Campus

Steidle Architekten

© Steidle Architekten

Trotz der besonderen Lage – am Rande der Stadt und direkt an einem Autobahnkreuz – hat der Siegerentwurf von Steidle Architekten und Realgrün Landschaftsarchitekten es geschafft, eine lebenswerte Gestaltung für den ehemaligen IBM Campus zu entwickeln. Und zwar mit einer Schallschutzmauer der besonderen Art: Ein 450 Meter langer Gebäudekomplex, der sich zwischen Autobahnen und Kulturdenkmalen durchschlängeln soll.

Dieses Schleifenhaus fungiert dabei als Lärmschutz und soll zudem ein Hingucker werden, der allen Projektbeteiligten jedoch vieles abverlangt. Damit der Schall von dem Autobahnkreuz auf die Glaswand des sechsstöckigen Gebäudes trifft, muss die Immobilie variierende Breiten auf knappem Raum aufweisen. Zudem soll das Denkmal des Eiermann Campus durch das Gebäude hindurchschimmern, sodass transparente Treppenhäuser realisiert werden müssen.

So ist das Schleifenhaus die größte Herausforderung des Garden Campus, jedoch auch das Herzstück des gesamten Projekts!

Das ist noch nicht alles!

Steidle Architekten

© Steidle Architekten

Doch auf den 220.000 Quadratmetern soll natürlich nicht nur das Schleifenhaus entstehen, geplant ist auch ein 50 Meter hohes Hochhaus an zentraler Stelle. Außerdem wird zwischen Neubauten und Kulturdenkmalen ein kleiner Park direkt am See entstehen, der zum Flanieren und Ausruhen einlädt. Mit 750 Millionen Euro ein nicht allzu günstiges Unterfangen, das jedoch als Vorbild für viele weitere Quartiersentwicklungen dienen kann.

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Marina Vogt

Bei Management Circle bin ich für die Digitalisierungs- und Immobilien-Themen sowie die Assistenz-Veranstaltungen zuständig. In den drei Blogs informiere ich Sie über neue Entwicklungen in diesen Bereichen. Vor meiner Tätigkeit bei Management Circle habe ich Germanistik in Frankfurt und Paderborn studiert. Ich freue mich über Fragen, Anregungen und einen
regen Wissensaustausch!

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