facebook_pixel

Energieversorger: 5 Schritte in die Digitalisierung

Omnichannel, Kommunikation, Erfolg, Schlüsselfaktoren

Von „Digitalisierung in Zeitlupe“ schrieb diesen Dezember die Computerwoche, als es um die Energieversorger ging. Die deutsche Energiewirtschaft werde abgehängt. Auch PwC konstatiert: Die Energiebranche wird zwar digital – aber zu langsam. Gerade in Deutschland muss man dazu sagen, dass die Branche damit kein Einzelfall ist. Doch in einer globalisierten Wirtschaft, in der internationale Technologiekonzerne nur darauf lauern, in traditionelle Wirtschaftszweige einzudringen, ist ein Umdenken dringend notwendig. Wir stellen fünf lose zusammenhängende Punkte vor, die jeder Energieversorger, der sich modernisieren möchte, in Angriff nehmen sollte.

1. Eine digitale Unternehmenskultur fördern

Für eine digitale Unternehmenskultur reicht es nicht aus, ein paar Spezialisten einzustellen und sonst alles beim Alten zu lassen. Dazu ist ein grundlegendes Umdenken notwendig: Führungskräfte müssen sich auf neue Kommunikationsformen, flachere Hierarchien, offenere Projektarbeit und Innovationsprozesse einstellen und diese aktiv fördern. Mitarbeiter müssen sich ebenfalls darauf einlassen und werden mit Veränderungen in den täglichen Prozessen konfrontiert.

Für viele klingt das immer noch befremdlich. Denn das heißt: Kontrolle aufgeben und mehr Entscheidungen den Mitarbeitern überlassen. Das ist aber wichtig und eine Grundvoraussetzung, um auf die digitale Welt überhaupt reagieren zu können. Denn die Beobachtung von Trends, die zügige Entwicklung von Innovationen, die dazu noch nahe am Kunden sind, noch dazu Transparenz und Erreichbarkeit des Unternehmens für die Kunden…

Das lässt sich nicht mehr mit zentralisierten Strukturen abbilden. Zumindest nicht in der Geschwindigkeit, die wir benötigen. Außerdem wird es schwer, mit neuen Produkten oder Geschäftsmodellen auf Kundenwünsche zu reagieren, wenn dafür die Kompetenz bzw. das Verständnis für die Möglichkeiten der Digitalisierung fehlt.

corporate learning

2. Datenkompetenz aufbauen

Datenkompetenz ist nicht unbedingt dasselbe wie digitale Kompetenz. Hier geht es viel stärker darum, Daten gewinnbringend für das Unternehmen zu nutzen. In vielen – nein – allen Unternehmen fallen Berge unstrukturierter Daten an. Und wer es schafft, daraus Produkte zu kreieren, schafft sich einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz.

Dazu braucht man jedoch Datenkompetenz. Man muss wissen:

  • wie und wo man sie erheben kann
  • wie man sie korrekt analysiert
  • wie man die Ergebnisse nutzt, um neue Produkte oder effizientere Geschäftsprozesse zu entwickeln

Außerdem empfehlen wir unser Interview mit Entega-Geschäftsführerin Marie-Luise Wolff-Hertwig zum Thema Datenkompetenz in der Energiewirtschaft:

3. Kundenfokus, neue Produkte und Dienstleistungen

Die besten Produkte haben heute einen starken Kundenfokus. Sie sind einfach und komfortabel, richten sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden aus und verbessern deren Leben. Gerade da spielt das Thema Datenkompetenz eine große Rolle. Denn Daten ermöglichen es, tolle Produkte zu schaffen – und zwar für genau die Kunden, die sie wollen.

In der Energiebranche finden sich da vor allem Potenziale bei den Dienstleistungen: Digitale Abrechnungen, Online-Terminvereinbarung, Omnichannel-Kundenservice und Mobile Apps (zum Beispiel zur Analyse und Steuerung des Stromverbrauchs zu Hause) gehören dazu. Manche überlegen auch schon, wie man die Blockchain nutzen könnte, um neue Anwendungen zu etablieren.

Bild: Shopperin auf der Straße mit Einkaufstaschen und Smartphone

Wichtig ist hier ein Umdenken. Zum einen, bezüglich einer neuen Innovationsstrategie, die das Scheitern nicht nur erlaubt, sondern zum Teil des Prozesses macht. „Sich voranscheitern“, nannte das Frau Wolff-Hertwig auf unserem Energy Leaders Forum. Denn aus Fehlern lernt man. Zum anderen müssen Innovationen heute ganz intensiv und zentral vom Kunden aus gedacht werden – und nicht mehr vom eigenen Unternehmen aus. Einen Begriff für den alten Weg gibt es schon lange. Der heißt „Betriebsblindheit“. Und es ist wirklich schwer, sich als Unternehmen dieser weitgehend zu entledigen.

4. Die richtigen Kooperationen eingehen

Für die meisten Energieversorger wird es aufgrund gewachsener Strukturen und Unternehmenskulturen nicht einfach sein, alles alleine zu machen. Glücklicherweise ist das aber auch nicht zwingend notwendig. In anderen Branchen ist es beispielsweise mittlerweile Gang und Gäbe, vor allem mit Technologieunternehmen oder Startups zusammenzuarbeiten.

Nehmen Sie zum Beispiel den Bankensektor. Der ist ähnlich durchreguliert, wie die Energiebranche, aber mit einem „kleinen“ Unterschied: Die Regulierungen können von den Startups, die das Kerngeschäft der Banken angreifen, oft weitgehend ignoriert werden. Das erzeugt natürlich erheblichen Innovationsdruck in der Branche. Deshalb hat es sich zum Trend entwickelt, dass Banken mit den sogenannten FinTech- Unternehmen kooperieren. Die einen stellen finanzwirtschaftliches Fachwissen zur Verfügung, die anderen technologisches Know-how. So können die Institute ihre Geschäftsfelder digitalisieren und weiterentwickeln. Schauen Sie sich zum Beispiel unseren Blogartikel zur Strategie der Commerzbank an – die ist da ziemlich weit vorne dabei.

Für Energieunternehmen stellt sich in dem Zusammenhang die Frage: Mit wem soll eigentlich kooperiert werden? Denn während sich bei den Banken die neuen Geschäftsfelder fast vollständig im Digitalen abspielen, sind die Anforderungen in der Energiebranche doch etwas höher und haben oft auch mit ganz reellen physischen Anlagen zu tun. Stichwort: Netze, Smart City, Kraftwerke… Daher wäre es wahrscheinlich zu teuer und aufwendig, per Gießkannenprinzip zu investieren.

Zusammenhalt

5. Eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie

Nicht nur, weil die Branche so anspruchsvoll ist, sondern auch, weil die Energieversorgung ein Teil der Daseinsvorsorge ist, müssen Energieversorger bei der Digitalisierung mit viel Augenmaß vorgehen. Die vier genannten Punkte Unternehmenskultur, Datenkompetenz, Kundenfokus und Kooperationen sind daher wichtige Eckpunkte, um eine Digitalisierungsstrategie für das Unternehmen zu entwickeln – und durchzuziehen. Unternehmen wie Entega beweisen, dass das geht, und hat den Schritt in die Digitalisierung blendend gemeistert.

Wir empfehlen Ihnen diesbezüglich einen Blick in unser White Paper zu Digitalen Energieunternehmen. Und halten Sie auch Ausschau nach Energie-Veranstaltungen zur Digitalisierung der Branche.

Energiewirtschaft 2020: Digitale Energieunternehmen

Energiewirtschaft 2020: Digitale Energieunternehmen

Wie stellen Sie Ihr Energieunternehmen für die Digitalisierung auf? In unserem White Paper bekommen Sie einen Überblick über die wichtigsten Handlungsfelder.
Jetzt kostenlos herunterladen!

Bilder: ra2 studio, violetkaipa, Antonioguillem | de.fotolia.com

Christoph Erle

Mein Name ist Christoph Erle und ich betreue bei Management Circle die Blogs zu Personalwesen, Banken, Energiewirtschaft und Handelsmarken. Als langjähriger Freund des Netzes und Content-Marketing-Spezialist wollte ich mir die Chance nicht nehmen lassen, bei einem renommierten Veranstalter den Aufbau einer Online-Präsenz zu unterstützen. Ich hoffe, hier hilfreiche Inhalte für Sie bereitzustellen und Sie demnächst im Netz oder auf einer unserer Veranstaltungen anzutreffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Welche neuen Geschäftsmodelle bieten sich durch die Digitalisierung?

Informieren Sie sich jetzt, welche Strategien die größten wirtschaftlichen Chancen ermöglichen und wie Sie ihre Produkte und Prozesse verbessern können.

Jetzt herunterladen!