Digitales Stadtwerk: Meistern Sie jetzt die Herausforderung

Justus Hoffmann

Zukunftsorientiert und kundenzentriert, die Ziele der Stadtwerke in Bezug auf die Digitalisierung sind hoch gesteckt. Aber wie weit sind die Unternehmen wirklich und wie können Effizienzgewinne möglich werden? Unser Experte der Südwestdeutschen Stromhandels GmbH verrät Ihnen, wie Sie die Herausforderung jetzt meistern und über welche ersten Schritte sich Ihr Stadtwerk zunächst klar werden sollte.

Justus Hoffmann ist seit August 2015 Produktmanager bei der Südwestdeutschen Stromhandels GmbH. Er betreut die Entwicklung neuer Geschäftsfelder für Stadtwerke. Sein Fokus liegt dabei auf einem Dienstleistungskonzept für die Smart Meter Gateway Administration. Durch den Aufbau von Netzwerktreffen und Innovationsworkshops werden Kunden in die Produktinnovation eingebunden. Zuvor war er im Energiedatenmanagement in der Netzabrechnung und -bilanzierung tätig. Herr Hoffmann arbeitet seit Oktober 2010 bei SüdWestStrom und hat an der Universität Tübingen Internationale Volkswirtschaftslehre studiert.

Erste Grundsteine in Stadtwerken sind gelegt

Die Digitalisierung der Stadtwerke ist eine große Herausforderung, die viele Hürden mit sich bringt. Was glauben Sie sind die größten Probleme und wie weit ist die Digitalisierung fortgeschritten?

Der Begriff Digitalisierung der Stadtwerke ist sehr weitreichend, denn im Grunde genommen handelt es sich um einen andauernden Prozess der bereits seit Jahren läuft. Hier geht es einerseits um interne Prozesse die aufgrund von Digitalisierung automatisiert und dadurch effizienter werden. Dafür ist schon recht viel getan. Es gibt zum Beispiel im Bereich der Marktkommunikation vorgegebene Standards, wie die EDIFACT Nachrichten, die den jeweiligen Marktsituationen angepasst werden. Das war schon ein großer Schritt in Richtung Automatisierung der Prozesse. Nun gilt es, diese Automatisierung weiter zu treiben.

Vorsicht: Sicherheit und Datenschutz

Die Anpassung an diese neue Technik und die Erfüllung der Vorgaben die sich aus dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende ergeben, sind nicht zu unterschätzen.

Andererseits wird der Begriff oft nicht in Bezug auf interne Prozesse, sondern auf den Umgang mit Endkunden und mögliche neue Produkte für diesen aufgerufen. Auf diese Interpretation will ich mich auch im folgenden beziehen. Basis hierbei sind die intelligenten Messsysteme durch die die Stadtwerke zukünftig über mehr Verbrauchsdaten verfügen. Hier stehen wir noch ganz am Anfang, denn die Technik dafür ist vermutlich erst Ende dieses Jahres verfügbar. Die Anpassung an diese neue Technik und die Erfüllung der Vorgaben die sich aus dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende ergeben, sind nicht zu unterschätzen. Hierbei werden sehr hohe Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz gelegt und müssen von jedem Marktteilnehmer erfüllt werden.

Welche Vorteile bieten sich und welche Anpassungen im Rahmen der Infrastruktur müssen wir jetzt treffen?

Wenn die Digitalisierung mit einer Automatisierung einhergeht, lassen sich vor allem Effizienzgewinne bei den Stadtwerken realisieren. In Bezug auf die intelligenten Messsysteme lohnt sich ein Vergleich mit neuen Anbietern, die unter Umständen schlanker aufgestellt sind und viele Prozesse effizienter bearbeiten können.

Der Weg hin zum digitalen Stadtwerk

Wie sollte man am besten vorgehen, was sind die wichtigsten Tipps, die Sie unseren Kunden mit an die Hand geben würden?

Jedes Stadtwerk muss seine offenen Flanken kennen und entsprechend reagieren. Nicht jedes Stadtwerk muss alle Prozesse selber machen. Oft ist es günstiger, diese an anderer Stelle von Spezialisten machen zu lassen. Wichtig ist es, mit dem Kunden zu kommunizieren. Dieser muss vorab abgeholt werden. So können Vorurteile abgebaut werden. Ganz wichtig ist es also, dass jedes Stadtwerk eine klare Position zum Thema Digitalisierung und intelligente Messsysteme hat und eine eigene Kommunikationsstrategie entwickelt. Dafür ist es unbedingt notwendig, die eigenen Mitarbeiter entsprechend zu schulen. Es reicht nicht, wenn es nur EINEN Spezialisten im Hause gibt. Die Veränderungen betreffen fast alle Abteilungen. Wir haben da schon einigen Stadtwerke auf diesem Weg unterstützt.

Abgucken zahlt sich aus

Was zeigt uns der Vergleich mit der EU? Welche Erfahrungen sollten wir kennen? Was können wir uns abschauen?

Andere EU-Mitgliedsländer haben bereits viel früher mit dem Rollout der intelligenten Messtechnik begonnen und haben diesen teilweise bereits abgeschlossen. Im Vergleich zu den anderen Ländern ist unsere Technik wesentlich teurer. Dafür erfüllt sie aber extrem hohe Sicherheitsanforderungen. Im Bereich der Endkundenprodukte sammeln die anderen Länder bereits Erfahrungen, auf die wir in Deutschland bauen sollten.

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Claudia Blum

Bei Management Circle bin ich für die Personal-, Produktions- und Soft Skills-Themen zuständig. Ich betreue außerdem den Blog zu den Iran-Veranstaltungen. In diesen Portalen informiere ich Sie stets über alle Trends und Entwicklungen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und einen guten Wissensaustausch.

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