Seit der letzten Finanzmarktkrise wird besonders in der EU die Bankenregulierung immer schärfer. Die Vorschriften, die seit der Finanzkrise nach und nach eingeführt werden sollten, formuliert der Gesetzgeber dabei zum einen noch aus – zum anderen finden sie aber auch schon Anwendung. Das Tempo, in dem neue Regulierungen aufgestellt werden, macht den Instituten das Wirtschaften nicht leichter. Auf den Management Circle Seminaren und Konferenzen informieren Sie sich im Detail über die wichtigsten neuen Gesetzgebungen.

Alle unsere Veranstaltungen im Bereich Banken auf einen Blick:

Bankenregulierung und Bankenaufsicht auf der Agenda des Gesetzgebers

Seit der Finanzkrise, in der weltweit systemrelevante Finanzinstitutionen zusammenzubrechen drohten, ist es Ziel des Gesetzgebers, die Funktionsfähigkeit des Finanzsektors zu schützen. Dafür sollen Steuerungsmechanismen reformiert werden, um neuerliche Fehlsteuerungen im Finanzsektor zu vermeiden. Zentrale Ziele der Reformbemühungen sind

  • der Anlegerschutz,
  • der Funktionsschutz von Märkten und
  • der Schutz des gesamten Finanzsystems

Um diese Zielsetzung national und international umzusetzen, existiert derzeit ein komplexes Regelwerk, das ständig durch neue Regulierungsvorhaben ergänzt wird.

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Ein komplexes Regelwerk mit vielen Aspekten

Verschaffen Sie sich mit den Management Circle Seminaren den Überblick über die neuesten Gesetzgebungen. Die wichtigsten Bereiche der Bankenregulierung im Überblick:

Eigenkapitalanforderungen

Mit Basel III wird in der EU über die Neufassung der Capital Requirements Directive (CRD) und Capital Requirements Regulation (CRR) umgesetzt. Die Reformen haben unter anderem folgende Ziele:

  • Erhöhung der Qualität des Eigenkapitals von Banken
  • Einführung einer Leverage Ratio zur Senkung des Risikos eines zu hohen Schuldenaufbaus
  • Verbesserung der Risikodeckung durch neue Standards bei Offenlegung und Überprüfung durch die Bankenaufsicht
  • Einführung von Prinzipien zum Liquiditätsmanagement und deren Überwachung
  • Minimierung von Risiken für systemrelevante Banken durch spezielle Vorschriften und Anforderungen

Liquiditätsanforderungen

Bisher werden Verpflichtungen zur Zahlungsfähigkeit in der Liquiditätsverordnung (LiqV) geregelt. Sie bestimmt Höhe und Fälligkeit von Zahlungsmitteln und -verpflichtungen für verschiedene Geschäftsarten und regelt die Liquiditätsprüfung durch institutseigene Mess- und Steuerungsverfahren. Mit der Liquidity Coverage Ratio (LCR) wird zum ersten Mal ein europaweit einheitlicher Standard für Banken ausgegeben. Die CRR erlaubt es den EU-Mitgliedstaaten bis 2018, nationale Regelungen wie LiqV weiterzuführen, bis die LCR vollständig eingeführt ist.

Kreditgeschäfte

Kreditgeschäfte werden in Deutschland über das Kreditwesengesetz (KWG) reguliert. Wichtigste Ziele sind die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Kreditwirtschaft sowie der Schutz der Gläubiger vor Einlagenverlust. Es regelt die Erfassung von Risiken und liefert die Rechtsgrundlage zum Informationsbezug und Einflussnahme bei Banken durch Bundesbank und BaFin. Neben einer generellen Auskunftspflicht sind auch Angaben zu Solvabilität, Liquidität, Großkrediten,  Jahresabschlüssen und besonderen Ereignissen anzeigepflichtig. Gemäß KWG werden der BaFin außerdem Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Geschäftsführung gegeben.

Finanzmärkte

Die europäische Finanzmarktrichtlinie (MiFiD) integriert den gemeinsamen europäischen Finanzmarkt und sollte ursprünglich den Börsenhandel liberalisieren. Nach der Finanzkrise kam es jedoch zu einer Neufassung, die durch einen Regulierungsdschungel zahlreicher weiterer Regelungen ergänzt wird, die in der Markets and Financial Instruments Regulation (MiFIR) umgesetzt werden. MiFID und MiFIR berühren ein komplexes Regelwerk, das den Anlegerschutz stärken sowie mehr Handelstransparenz herstellen soll. Außerdem soll der Hochfrequenzhandel reguliert und der Handel von OTC-Derivaten organisiert werden, was über die European Market Infrastructure Regulation (EMIR) umgesetzt wird.

Risikomanagement

Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (kurz: MaRisk) wurden über die BaFin veröffentlicht und schreiben qualitative Anforderungen an das Risikocontrolling von Banken fest. Sie integrieren die Mindestanforderungen an das Betreiben von Handelsgeschäften, bankinternen Kontrollmaßnahmen bei Devisengeschäften, an das Wertpapiergeschäft, die Ausgestaltung der internen Revision und an das Kreditgeschäft. Die Verwaltungsvorschriften legen §25a KWG aus und halten grundsätzliche Prinzipien für die Ausgestaltung des Risikomanagements fest. Die MaRisk werden seit ihrer Neufassung 2007 fortlaufend aktualisiert.

Die Rolle der Bankenaufsicht

Channel Banken und FinanzenDie Aufgaben der Bankenaufsicht teilen sich in Deutschland die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und die Deutsche Bundesbank. Die BaFin überwacht die Einhaltung des KWG bei Neugründungen sowie während der gesamten Dauer der Geschäftstätigkeit von Banken. Überwacht werden vor allem die Einhaltung von LiqV, der Solvabilitätsverordnung (SolvV) und MaRisk. Bei der Auswertung der Informationen arbeitet die BaFin eng mit der Bundesbank zusammen. Bei Verstößen gegen das KWG steht der BaFin ein Instrumentarium an Sanktionen zu Verfügung, das bis zum Entzug er Banklizenz reicht.